CdH Küchen­le­xi­kon

Schnitttechniken

Vom klas­si­schen Juli­en­ne- und Bru­noi­se-Schnitt bis zum Tour­nieren, File­tie­ren und Tran­chie­ren: Gleich­mä­ßi­ge Schnit­te ver­bes­sern nicht nur die Optik, son­dern sor­gen vor allem für ein gleich­mä­ßi­ges Gar­er­geb­nis.

38 Tech­ni­ken Klas­si­sche Gemü­se­schnit­te, Aro­ma­ten, Spe­zi­al­for­men sowie Fleisch- und Fisch­tech­ni­ken.
Gleich­mä­ßig­keit vor Mil­li­me­ter Exak­te Maße unter­schei­den sich je nach Koch­schu­le. Ent­schei­dend ist vor allem, dass Stü­cke eines Gerichts mög­lichst gleich groß sind.
Ein schar­fes Mes­ser Sau­be­re Schnit­te scho­nen Struk­tur und Aro­ma, erhö­hen die Kon­trol­le und erleich­tern prä­zi­ses Arbei­ten.
Grund­wis­sen

Warum die Schnittgröße beim Kochen entscheidend ist

Größe, Form und Faserrichtung beeinflussen Garzeit, Textur, Oberfläche und Mundgefühl.

Gleichmäßigkeit

Gleich gro­ße Stü­cke garen annä­hernd gleich­zei­tig. Unter­schied­li­che Grö­ßen füh­ren dage­gen schnell dazu, dass ein Teil bereits weich ist, wäh­rend ande­re Stü­cke noch zu fest sind.

Oberfläche

Fei­ne Schnit­te ver­grö­ßern die Ober­flä­che und garen schnel­ler. Grö­ße­re Stü­cke blei­ben innen saf­ti­ger und eig­nen sich bes­ser für län­ge­re Gar­ver­fah­ren.

Faserrichtung

Bei Fleisch beein­flusst die Schnitt­rich­tung unmit­tel­bar die Zart­heit. Quer zur Faser geschnit­te­ne Tran­chen las­sen sich beim Essen leich­ter zer­tei­len.

Mes­ser­pra­xis

Klassische Gemüse- & Obstschnitte

15 Schnitttechniken mit Form, typischem Maß, geeigneten Lebensmitteln und Praxistipp.

Schnitt­tech­ni­ken: Klas­si­sche Gemü­se- & Obst­schnit­te
Bild Schnitt Form /​ Prin­zip Typi­sches Maß Geeig­net für Typi­sche Anwen­dung Pra­xis­tipp
JulienneJuli­en­nefei­ne, gleich­mä­ßi­ge Stif­teca. 1–2 × 1–2 mm, 4–6 cm langKarot­te, Lauch, Sel­le­rie, Papri­ka, Zuc­chi­niSup­pen, Wok, Gar­ni­tu­ren, Sala­teZuerst gleich­mä­ßi­ge Plat­ten schnei­den, sta­peln und anschlie­ßend in fei­ne Stif­te tei­len.
BrunoiseBru­noi­sesehr fei­ne Wür­fel aus Juli­en­neca. 1–2 mmKarot­te, Sel­le­rie, Lauch, Papri­ka, Scha­lot­teGar­ni­tu­ren, Sau­cen, Sup­pen­ein­la­genSau­be­re Juli­en­ne ist die Vor­aus­set­zung für gleich­mä­ßi­ge Bru­noi­se.
Feine BrunoiseFei­ne Bru­noi­seextrem klei­ne Wür­felca. 1 mmScha­lot­te, Karot­te, Sel­le­riefei­ne Sau­cen, Tatar-Gar­ni­tu­ren, Amu­se-Gueu­leNur mit sehr schar­fem Mes­ser arbei­ten; nicht hacken.
Bâtonnet / BatonnetBâton­net /​ Baton­netkräf­ti­ge, gleich­mä­ßi­ge Stif­teca. 5 × 5 mm, 4–6 cm langKar­tof­fel, Karot­te, Kohl­ra­bi, Sel­le­riePom­mes, Roh­kost, Bei­la­genDas Gemü­se zunächst zu einem mög­lichst gera­den Block zuschnei­den.
JardinièreJar­di­niè­reklei­ne Gemü­se­stif­teca. 3–4 × 3–4 mm, 2–4 cm langKarot­te, Sel­le­rie, Kohl­ra­bi, Boh­nenGemü­se­bei­la­gen, Sup­pen, RagoutsEtwas kräf­ti­ger als Juli­en­ne, aber deut­lich fei­ner als Baton­net.
MacédoineMacé­doi­negleich­mä­ßi­ge klei­ne Wür­felca. 5 mmKarot­te, Kar­tof­fel, Sel­le­rie, Rübe, ObstGemü­se­mi­schun­gen, Sala­te, Sup­pen­ein­la­genAus Baton­net bzw. gleich­mä­ßi­gen Stä­ben quer wür­feln.
Würfel – kleinWür­fel – kleingleich­mä­ßi­ger Wür­fel­schnittca. 5–7 mmGemü­se, Kar­tof­feln, ObstSup­pen, Fül­lun­gen, Sala­teDie Gar­zeit rich­tet sich stär­ker nach der Gleich­mä­ßig­keit als nach dem exak­ten Mil­li­me­ter­maß.
Würfel – mittelWür­fel – mit­telgleich­mä­ßi­ger Wür­fel­schnittca. 10–15 mmKar­tof­fel, Kür­bis, Gemü­se, ObstEin­töp­fe, Ofen­ge­mü­se, RagoutsAlle Sei­ten mög­lichst gleich groß schnei­den.
Würfel – großWür­fel – großgro­ber Wür­fel­schnittca. 20–30 mmKar­tof­fel, Kür­bis, Wur­zel­ge­mü­se, FleischSchmor­ge­rich­te, Fonds, Ofen­ge­rich­teFür lan­ge Gar­zei­ten geeig­net; zu klei­ne Stü­cke wür­den zer­fal­len.
PaysannePay­san­nefla­che, dün­ne Stü­cke in natür­li­cher Grund­formca. 1–2 mm dickKarot­te, Lauch, Sel­le­rie, Rüben, Kar­tof­felSup­pen, schnel­le Gemü­se­ge­rich­teForm folgt dem Gemü­se: rund, drei­eckig oder qua­dra­tisch.
MirepoixMire­poixgro­be, unre­gel­mä­ßi­ge Wür­felmeist ca. 1–2 cmZwie­bel, Karot­te, Sel­le­rie, LauchFonds, Sau­cen, Schmo­ran­sät­zeOpti­sche Per­fek­ti­on ist unwich­tig; ent­schei­dend ist eine ähn­li­che Stück­grö­ße.
RondelleRon­del­lerun­de Schei­benje nach Anwen­dung ca. 2–10 mm dickKarot­te, Gur­ke, Zuc­chi­ni, Lauch, WurstSala­te, Sup­pen, Bei­la­genMes­ser senk­recht füh­ren, damit gleich­mä­ßig dicke Schei­ben ent­ste­hen.
Demi-rondelleDemi-ron­del­leHalb­mon­deje nach Anwen­dung ca. 2–10 mm dickZuc­chi­ni, Gur­ke, Karot­te, LauchPfan­nen­ge­rich­te, Sup­pen, Sala­teLebens­mit­tel längs hal­bie­ren und anschlie­ßend quer schnei­den.
QuartierQuar­tierVier­tel­stü­ckevaria­belToma­te, Zwie­bel, Kar­tof­fel, Zitrus­früch­teSala­te, Ofen­ge­rich­te, Gar­ni­tu­renZuerst hal­bie­ren, dann jede Hälf­te noch­mals längs tei­len.
Spalten / WedgesSpal­ten /​ Wed­gesläng­li­che keil­för­mi­ge Stü­ckevaria­belKar­tof­fel, Apfel, Bir­ne, Toma­te, Zitrus­früch­teOfen­ge­rich­te, Sala­te, Gar­ni­tu­renVom Mit­tel­punkt nach außen schnei­den, damit die Spal­ten ähn­lich groß wer­den.
Mes­ser­pra­xis

Blattgemüse, Kräuter & Aromaten

8 Schnitttechniken mit Form, typischem Maß, geeigneten Lebensmitteln und Praxistipp.

Schnitt­tech­ni­ken: Blatt­ge­mü­se, Kräu­ter & Aro­ma­ten
Bild Schnitt Form /​ Prin­zip Typi­sches Maß Geeig­net für Typi­sche Anwen­dung Pra­xis­tipp
ChiffonadeChif­fona­desehr fei­ne Strei­fen aus Blät­ternca. 1–3 mm breitBasi­li­kum, Salat, Spi­nat, Man­gold, KohlGar­ni­tur, Sala­te, Sup­penBlät­ter sta­peln, locker auf­rol­len und quer schnei­den; nicht zer­drü­cken.
Feine StreifenFei­ne Strei­fenschma­le par­al­le­le Strei­fenca. 2–5 mmKohl, Salat, Papri­ka, Zwie­belSala­te, Wok, Kraut­ge­rich­teBei Kohl erst har­te Strün­ke ent­fer­nen und Blät­ter flach auf­le­gen.
RingeRin­gequer geschnit­te­ne geschlos­se­ne Schei­benvaria­belZwie­bel, Lauch, Früh­lings­zwie­bel, Chi­liGar­ni­tur, Sala­te, Pfan­neFür gleich­mä­ßi­ge Rin­ge Lebens­mit­tel beim Schnei­den nicht zusam­men­drü­cken.
HalbringeHalb­rin­gehal­bier­te Rin­gevaria­belZwie­bel, LauchSau­cen, Pfan­nen­ge­rich­te, Sala­teZwie­bel hal­bie­ren, Schnitt­flä­che sta­bil auf­le­gen und quer schnei­den.
ZwiebelwürfelZwie­bel­wür­felradi­al bzw. ras­ter­för­mig erzeug­te Wür­felfein bis grobZwie­beln, Scha­lot­tenSau­cen, Sup­pen, Schmor­ge­rich­teWur­zel­an­satz zunächst ste­hen las­sen; er sta­bi­li­siert die Zwie­bel­schich­ten beim Schnei­den.
Knoblauch in ScheibenKnob­lauch in Schei­bendün­ne Quer­schei­benca. 1–2 mmKnob­lauchÖl, Pas­ta, Gemü­se, Con­fitDün­ne Schei­ben bräu­nen sehr schnell; Tem­pe­ra­tur ent­spre­chend nied­rig hal­ten.
Knoblauch fein schneidenKnob­lauch fein schnei­densehr klei­ne Stü­cke ohne Zer­rei­benca. 1 mm oder fei­nerKnob­lauchSau­cen, Mari­na­den, Pfan­nen­ge­rich­teSchnei­den statt end­los hacken ver­hin­dert unnö­ti­ges Zer­quet­schen und bit­te­ren Geschmack.
Zesten / ZesteZes­ten /​ Zes­tenur die far­bi­ge äuße­re Zitrus­scha­lesehr fei­ne Strei­fen oder AbriebZitro­ne, Limet­te, Oran­geDes­serts, Sau­cen, Cock­tails, Mari­na­denDas bit­te­re wei­ße Albe­do mög­lichst nicht mit abschnei­den.
Mes­ser­pra­xis

Spezialschnitte & dekorative Formen

8 Schnitttechniken mit Form, typischem Maß, geeigneten Lebensmitteln und Praxistipp.

Schnitt­tech­ni­ken: Spe­zi­al­schnit­te & deko­ra­ti­ve For­men
Bild Schnitt Form /​ Prin­zip Typi­sches Maß Geeig­net für Typi­sche Anwen­dung Pra­xis­tipp
Oblique / Roll CutObli­que /​ Roll Cutdia­go­na­le, unre­gel­mä­ßig pris­ma­ti­sche Stü­ckemeist 2–4 cmKarot­te, Pas­ti­na­ke, Zuc­chi­ni, Gur­keWok, Schmor­ge­mü­se, Gla­sie­renNach jedem Schnitt das Gemü­se um etwa eine Vier­tel­dre­hung rol­len.
TourniertTour­niertgleich­mä­ßig zuge­spitz­te, meist sie­ben­flä­chi­ge Formklas­sisch etwa 4–6 cm langKar­tof­fel, Karot­te, Rübe, Zuc­chi­niklas­si­sche Gar­ni­tu­ren, Bei­la­genMit Tour­nier­mes­ser in gleich­mä­ßi­gen Bögen vom Kör­per weg schnei­den.
Parisienne / NoisettePari­si­en­ne /​ Noi­set­teklei­ne Kugeln oder Halb­ku­gelnje nach Aus­ste­cher ca. 10–25 mmKar­tof­fel, Melo­ne, Gur­ke, ApfelGar­ni­tu­ren, Obst­sa­lat, Kar­tof­fel­bei­la­geMit Kugel­aus­ste­cher dre­hend aus dem Lebens­mit­tel lösen.
ConcasséeCon­cas­séeent­häu­te­te, ent­kern­te und gewür­fel­te Toma­temeist ca. 5–10 mmToma­teSau­cen, Gar­ni­tu­ren, Sala­teToma­te kreuz­wei­se ein­schnei­den, kurz blan­chie­ren, häu­ten, ent­ker­nen und wür­feln.
Filets / Supremes bei ZitrusfrüchtenFilets /​ Supre­mes bei Zitrus­früch­tenFrucht­seg­men­te ohne Haut und Mem­bra­nennatür­li­che Seg­ment­grö­ßeOran­ge, Grape­fruit, Zitro­neDes­serts, Sala­te, Fisch­ge­rich­teScha­le samt wei­ßer Haut ent­fer­nen und Seg­men­te zwi­schen den Trenn­häu­ten her­aus­schnei­den.
Fächer schneidenFächer schnei­denmeh­re­re par­al­le­le Schnit­te, Basis bleibt ver­bun­denvaria­belKar­tof­fel, Erd­bee­re, Avo­ca­do, Gur­keGar­ni­tur, Has­sel­back-Kar­tof­felnNicht voll­stän­dig durch­schnei­den; Abstand der Schnit­te kon­stant hal­ten.
Rauten / DiamantschnittRau­ten /​ Dia­mant­schnittrau­ten­för­mi­ge Stü­cke oder Ober­flä­chen­mus­tervaria­belGemü­se, Fisch­haut, Fett­de­ckelGar­ni­tur, Wok, deko­ra­ti­ve Ober­flä­cheErst par­al­le­le dia­go­na­le Schnit­te, danach im Gegen­win­kel schnei­den.
Kreuzschnitt / EinschneidenKreuz­schnitt /​ Ein­schnei­dengeziel­te ober­fläch­li­che Schnit­tevaria­belToma­te, Kas­ta­nie, Fisch­haut, BrotHäu­ten, kon­trol­lier­tes Auf­plat­zen, Gar­hil­feNur so tief schnei­den wie für den jewei­li­gen Zweck erfor­der­lich.
Mes­ser­pra­xis

Fleisch & Fisch

7 Schnitttechniken mit Form, typischem Maß, geeigneten Lebensmitteln und Praxistipp.

Schnitt­tech­ni­ken: Fleisch & Fisch
Bild Schnitt Form /​ Prin­zip Typi­sches Maß Geeig­net für Typi­sche Anwen­dung Pra­xis­tipp
TranchierenTran­chie­rengegar­tes Fleisch oder Geflü­gel in por­ti­ons­ge­rech­te Schei­ben bzw. Stü­cke tei­lenje nach GerichtBra­ten, Geflü­gel, Keu­leSer­vie­renImmer quer zum Faser­ver­lauf schnei­den, sofern die Fleisch­struk­tur dies zulässt.
ParierenParie­renSeh­nen, Sil­ber­haut, über­schüs­si­ges Fett und uner­wünsch­te Rän­der ent­fer­nenkein fes­tes MaßFleisch, FischVor­be­rei­tung für Bra­ten, Steaks, FiletsMes­ser flach unter Sil­ber­haut oder Seh­ne füh­ren, um mög­lichst wenig Fleisch zu ver­lie­ren.
FiletierenFile­tie­renFleisch ent­lang von Kno­chen bzw. Fisch ent­lang der Grä­ten lösennatür­li­che Filet­formFisch, Geflü­gel, Fleisch­stü­ckeFilets, Por­ti­ons­stü­ckeMit lan­gen, kon­trol­lier­ten Schnit­ten dicht am Kno­chen bzw. an den Grä­ten arbei­ten.
Butterfly / SchmetterlingsschnittBut­ter­fly /​ Schmet­ter­lings­schnittdickes Stück fast voll­stän­dig hori­zon­tal tei­len und auf­klap­penDicke anschlie­ßend etwa hal­biertHähn­chen­brust, Schwei­ne­fi­let, Gar­ne­len, FischFül­len, Gril­len, gleich­mä­ßi­ges GarenNicht voll­stän­dig durch­schnei­den; die Ver­bin­dung dient als Schar­nier.
Medaillons schneidenMedail­lons schnei­dengleich­mä­ßi­ge dicke Schei­ben quer aus einem läng­li­chen Stückmeist ca. 2–4 cm dickFilet, Schwei­ne­len­de, Gemü­se­zy­lin­derKurz­bra­ten, Gril­lenVor­her parie­ren und quer zur Faser in mög­lichst gleich star­ke Stü­cke schnei­den.
Tranchen / ScheibenTran­chen /​ Schei­bengleich­mä­ßi­ge Schei­ben eines Lebens­mit­telsje nach Pro­duktFleisch, Fisch, Käse, Ter­ri­nenAnrich­ten, Por­tio­nie­renEin lan­ges, schar­fes Mes­ser ver­wen­den und mög­lichst in einem Zug schnei­den.
Sashimi-SchnittSas­hi­mi-Schnittsau­be­re, schrä­ge Schei­ben mit mög­lichst glat­ter Schnitt­flä­cheje nach Fisch und StilSas­hi­mi-geeig­ne­ter FischSas­hi­mi, Cru­doMit sehr schar­fem lan­gen Mes­ser zie­hend schnei­den; nicht sägen.

Merksatz

Erst die Form fest­le­gen, dann gleich­mä­ßig schnei­den. Je prä­zi­ser die Aus­gangs­form, des­to leich­ter ent­ste­hen sau­be­re Stif­te, Wür­fel, Schei­ben oder deko­ra­ti­ve Zuschnit­te.